Die Mutter aller Abenteuerläufe

Robert Pollhammer / 30.10.2007
Anke Molkenthin ist mit "Laufend Erleben" seit Jahren die Anlaufstelle für deutsche, österreichische und schweizer Teilnehmer am Marathon des Sables. Sie ist für das deutschsprachige Kontingent des größen bekanntesten Abenteuerlaufs der Welt zuständig. Genial ist dabei für die Interessierten, dass Anke dabei selbst keinen MdS ausläßt. Damit ist Sie eine absolute Expertin in Sachen Wüstenlauf. Viele gute Gründe, um Anke einmal ein paar Fragen zu stellen.

[SleepMonsters] Der Marathon des Sables ist mit Sicherheit der beliebteste Abenteuerlauf der Welt. Woran liegt das Deiner Meinung nach?

[Anke] Der Marathon des Sables ist sozusagen das Original unter den Etappenläufen und in gewisser Weise zu einer Art organisatorischer Orientierungspunkt für andere Veranstalter geworden. Im kommenden Jahr (2008) findet er bereits zum 23sten Mal statt, noch immer mit der Hauptorganisationscrew von Atlantide Organisation International unter der Leitung von Patrick Bauer. Keine andere gleichartige Veranstaltung weltweit hat so viel Erfahrung bei der Organisation und einen dermaßen hohen Sicherheitsstandart was die medizinische Versorgung, aber auch die Unterstützung seitens der Regierung betrifft.

[SleepMonsters] Du warst bestimmt schon vor einiger Zeit zum ersten Mal in der Wüste dabei. Hat sich seither viel geändert?

[Anke] Ich war bei den letzten 13 Veranstaltungen dabei und habe auch alle 13-mal gefinished. Bis etwa zum Jahr 2000 ist die Teilnehmerzahl kontinuierlich gestiegen. Seither ist sie auf gut 700 limitiert. Der Erlebniswert und die familiäre Atmophäre, die individuelle Beachtung des Einzelnen, sowie die perfekte Organisation haben darunter in keiner Weise gelitten. Für mich persönlich hat es allerdings gravierende Veränderungen gegeben. Habe ich 1996 noch die Damenwertung gewonnen und in den Jahren vorher und hinterher noch auf dem Stockerl gestanden, so bin ich seither aufgrund einer völlig sportunabhängigen Behinderung des linken Beines eher im mittleren bis hinteren Feld unterwegs, teilweise mit Stöcken, einmal sogar mit Krücken. Aber gleich in welchem Tempo, Hauptsache die Richtung stimmt ...

[SleepMonsters] Die Startplätze für den MdS sind immer schnell weg. Was müssen interessierte Athleten beachten, die dabei sein wollen? Wann muss man sich erfahrungsgemäß spätestens anmelden?

[Anke] Die Ausschreibungen für das Folgejahr erscheinen meist ca. Anfang August. Offizieller Meldeschluss ist dann jeweils der 31. Oktober ... sofern noch Startplätze verfügbar sind. Die Kontingente sind länderweise verteilt, wobei Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der deutschsprachige Schweiz ein gemeinsames Kontingent haben und auch gemeinsam als Gruppe zum Marathon des Sables reisen. Die Veranstaltung ist für Läufer und Marschierer ausgeschrieben und dementsprechend reichlich sind auch die Sollzeiten gesetzt. Wer unter Wüstenbedingungen einen Stundenkilometerschnitt von 2-3 km/h schafft, ist gut dabei. Allerdings wird in der Wüste so mancher Läufer schneller zum Marschierer als er denkt und nicht selten marschiert ein geübter Wanderer im Sturmschritt an den langsameren Läufern vorbei ...

[SleepMonsters] Was sollte man beim Training beachten, wenn man einen Wüstenlauf machen möchte?

[Anke] Generell gibt es in unseren Breitengraden keine perfekten oder ähnlichen Bedingungen wie in der Wüste. Die trockene warme Luft kombiniert mit dem steinigen und sandigen Untergrund gibt es eben nur dort. Ich empfehle immer nichts anders zu machen als sonst im Winter auch, gesund bleiben, sich drauf freuen und mental drauf vorbereiten, dass egal was kommt, alles als "normal" angesehen werden kann. Eine gewisse Grundlagenausdauer ist natürlich von Vorteil. Zudem sollte man nicht nur auf der Straße, sondern wenn möglich im unebenen Gelände trainieren, um die Muskeln, Sehnen und Bänder der Beine bzw. speziell auch der Sprunggelenke und Füße zu kräftigen. Wenn also im Winter Schnee liegt, nicht ärgern - das ist zur Vorbereitung optimal. Viele sind noch nie mit einem schweren Rucksack laufend unterwegs gewesen. Beim Marathon des Sables muss er aufgrund der Eigenversorgung aus dem Rucksack, natürlich unabhängig von der kontinuierlichen Wasserversorgung seitens der Organisation, zwischen 6,5 kg (damit kommt keiner aus, es sei denn er läuft von Hungerast zu Hungerast oder liegt nachts frierend unter dem Berberzelt) und 15 kg (so viel muss wirklich nicht sein) wiegen. Hier gilt es den gesamten Halte- und Stützapparat, sowie den Schulterbereich mit gezieltem Krafttraining darauf vorzubereiten. Wer als Läufer noch nie länger gewalked bzw. Marschiert ist, sollte auch das vorher gemacht haben. In der Wüste wird es phasenweise garantiert dazu kommen und dann sind die Antagonisten der Laufmuskulatur im Einsatz, die eine Belastung gewöhnt sein sollten.
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