Fulda Challenge
Zwischen Ausdauer und Geschicklichkeit
Pressemitteilung / 31.01.2007

Vor der historischen Kulisse des 1917 erbauten Paddle-Wheelers Tarahne im malerisch gelegenen Örtchen Atlin startete kurz nach elf Uhr lokaler Zeit der äußerst kräftezehrende Halbmarathon der diesjährigen Fulda-Challenge. Zuvor mussten die Teams ca. 200 km auf schneebedeckten Schotterstraßen durch den südlichen Yukon in den nördlichsten Teil British Kolumbiens fahren. Die 21 Kilometer lange, sehr bergige Rundstrecke forderte dabei den internationalen Athleten alles ab. Bei relativ warmen Temperaturen von minus acht bis minus 15 Grad Celsius benötigte der für das deutsche Lowa Team startende Sascha Wingenfeld nur 1.22.09 und verwies den Österreicher Wolfgang Gärtner (1:29:24) und Simon Euler vom deutschen Toyota Team (1:33:51) auf die Plätze zwei und drei. Der für das Promi Team 1 startende Wigald Boning (1:48:30) holte sich dabei einen respektablen vierten Platz. Der im Ziel noch recht locker wirkende Entertainer trainiert nach eigener Aussage häufig bei kalten Temperaturen nahe seinem Wohnort im Allgäu. Im Ziel kaum außer Atem, kommentierte der 40-Jährige seinen souveränen Lauf: "Ich bin doch auch nicht gesprintet." Vielmehr habe er die Sehenswürdigkeiten am Rand der Strecke wie etwa ein halb versunkenes und eingefrorenes Wasserflugzeug genossen. "Viele Leute habe ich aber nicht gesehen", so Boning.
Völlig entkräftet und als letzter erreichte der ehemalige Zehnkämpfer Frank Busemann das Ziel. Er fand während des gesamten Laufes nie richtig seinen Rhythmus und verkrampfte bei den doch ungewohnten Temperaturen häufig: "Ich war sogar beim Gehen fix und fertig. Dabei hatte ich mich so gut vorbereitet." Nach knapp 2:18 Stunden war der Zehnkampf-Olympiazweite von Atlanta 1996 ins Ziel gekommen, über eine Stunde hinter dem Sieger und mehr als 12 Minuten hinter dem Vorletzten.
In der Damenwertung siegte die Kanadierin Jay Cherian in 1:53:34, gefolgt von Jasmin Günther vom deutschen Lowa Team (1:58:57) und der Österreicherin Petra Herbert (2:00:36). Angelika Kempf vom deutschen Team Toyota kam mit 2:08:10 auf Platz fünf. Überglücklich und trotz einer Knieverletzung noch relativ locker erreichte Gunda Niemann-Stirnemann mit 2:23:28 bei ihrem ersten Halbmarathon als siebte das Ziel am verschneiten Atlin Lake. Auch Birgit Fischer konnte am Ende als ungewohnte Letzte noch lächeln, hatte sie doch mit 2:26:09 eine persönliche Bestzeit gelaufen.
Kraftakt am eisigen Faden
Der gespenstisch erleuchtete Miles Canyon, der bereits zur Zeit des großen Goldrausches vielen Menschen zum Schicksal wurde, war der eiskalte abendliche Austragungsort für den zweiten Bewerb dieses Tages, dem Überqueren einer Schlucht am Seil. Die durch den harten Halbmarathon und insgesamt 400 Überbrückungskilometer bereits geschwächten Sportler mussten viel Geschicklichkeit, Gleichgewichtssinn und Armkraft aufbringen, um die 30 m breite und ca. 12 Meter tiefe Schlucht schnellstmöglich zu überwinden. Maximal fünf Minuten war dabei die Zeitvorgabe der Organisatoren. In der Damenwertung legte die Holländerin Olga van Kampen mit 1:22 min eine Zeit vor, die selbst die kraftvoll balancierende Birgit Fischer mit 2:02 min. nicht erreichen konnte. Gunda Niemann-Stirnemann folgte mit 2: 51 min auf Rang drei. Vom Pech verfolgt waren die Österreicherin Herbert und Jasmin Günther vom deutschen Toyota Team, die praktisch Zentimeter vor dem rettenden Ufer die Kraft verließ.
Bei den Männern legte Simon Euler vom deutschen Toyota Team mit 59,0 sec eine sagenhafte Zeit und einen absoluten Rekord vor. Nur Sekunden mehr (1:01 min) benötigte der Österreicher Gärtner für den kräftezehrenden Seilakt. Frank Busemann regenerierte schneller als gedacht vom Halbmarathon und überzeugte als Dritter mit 1:28 min. Sascha Wingenfeld vom Tean Lowa und Wigald Boning erreichten als Vierter bzw. Sechster erschöpft aber glücklich die andere Canyonseite.See All Event Posts





