Knapp 28 km zu Fuß – und 1600 Höhenmeter

Stephan Morgenstern / 03.11.2009
Gemeint ist die Alle-Gipfel-Tour, die nunmehr zum 3. Mal als Wettkampf ausgetragen wurde. Die Heimat dieses einmaligen Sportereignisses ist das kleinste Mittelgebirge Deutschlands: das Zittauer Gebirge in Ostsachsen. Ausrichter dieser Tour ist der PSV-Zittau.

Die Läufer müssen sich zu 2er-Teams zusammenfinden und gemeinsam geht es dann auf die 10 höchsten Berge des Zittauer Gebirges: Lausche, Hochwald, Jonsberg, Nonnenfelsen, Oybin, Buchberg, Sonneberg, Töpfer, Ameisenberg und Pferdeberg. Mixed- und Frauenteams müssen nur 7 Gipfel anlaufen, welche vor dem Start bekannt gegeben werden. Neu zur 3. Auflage: Die Strecke gibt es nun auch für Mountainbiker.
Gestartet wird jeweils mit 3 Minuten Abstand. Die Strecke kann sich jedes Team selbst raussuchen. Ob man nun viel Asphalt oder doch lieber Querfeldein läuft ist also jedem selbst überlassen – nur für die schnellste Variante sollte man sich entscheiden. Auf den Gipfeln wartet jeweils ein Streckenposten, der meist warmen Tee bereithält und eine Karte als Nachweis, dass man „oben" war, abstempelt. Alles in allem kommt man auf ca. 28 km Laufstrecke, wobei man 1600 Höhenmeter im Anstieg überwinden muss.

Soviel zum Vorwort. Nachdem ich schon 2007 und 2008 an diesem Wettkampf teilgenommen hatte, wollte ich auch dieses Jahr mit meinen Sportfreund Hagen Zein die 28 km bewältigen. Leider verletzte er sich bei einem Wettkampf, so dass kurzfristig mein Vati für ihn einsprang. Wir waren beide nicht unbedingt in Topform, da sich das Training in den letzten Wochen aus zeitlichen Gründen nur schwer gestalten ließ.

Am 31.10.2009 fiel pünktlich 10 Uhr der Startschuss für das erste Laufteam und das sehr überschaubare Feld der Mountainbiker. Zufälligerweise war eben dieses erste Laufteam mein Vati und ich. Unser erster Gipfel sollte gleichzeitig der höchste sein: die Lausche mit ihren 793 m auf der deutsch-tschechischen Grenze (siehe Bild). Kurz unterhalb des Gipfels begegneten wir einem Mountainbiketeam, das nur ein paar Minuten vor uns lag. Zügig ging es anschließend wieder bergab, an der „Hubertusbaude" und der „Wache" vorbei zum Sonneberg. Hier kamen uns 2 Läuferteams entgegen, die die Strecke ein wenig anders liefen als wir. Über Waldwege gelangten wir danach auf den Buchberg (651 m) und zum Nonnenfelsen. Über die Gondelfahrt erreichten wir nach 1:11:00 h Jonsdorf. Von hier aus ging es auf den „Hausberg", den Jonsberg (659m). In gerader Linie liefen wir von da aus über Stock und Stein zum Pferdeberg. Stempelstelle ist hier die Marienhütte, von der man ein schönen Ausblick nach Oybin hat. Doch wir machten nur eine kurze Teepause, um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Unser nächstes Zwischenziel sollte der Ameisenberg sein. Der Anstieg wird nach knapp 1:45:00 h immer mehr zur Qual und über die Felsen geht es nur langsam voran. Vom Ameisenberg ging es anschließend einige Zeit bergab. Im Hausgrund begann schließlich der kurze stufenreiche Anstieg zum Berg Oybin. An einer alten Kirche vorbei liefen wir in den gleichnamigen Ort runter, um auf der Gegenseite den vorletzten schweren Anstieg in Angriff zu nehmen. Denn der Töpfer wartet! Mit immerhin 582 m ist auch er keineswegs zu unterschätzen. Auf dem Gipfel angekommen ging es den Kamm entlang zur kleinen Felsengasse und von da aus weiter zum Kammloch. Nach 2:35:00 h merkten wir, wie uns allmählich die Kräfte schwanden. Doch noch stand uns der Anstieg zum zweithöchsten Berg der Runde bevor. Der Hochwald mit seinen 749 m ist auch alljährlich im Programm der Triathleten bei der O-See-Challenge. Es wurde spürbar kälter und erste Muskelverkrampfungen stellten sich ein. Kurz vor der 3:00:00 h Marke erreichten wir den Gipfel. Hier begegneten wir auch dem Team aus Ottendorf-Okrilla, die zu diesem Zeitpunkt noch einen weiten Weg vor sich hatten. Der letzte Gipfel war geschafft! Jetzt nur noch schnell zum Ziel in Jonsdorf laufen. Das sagt sich so einfach. Verhindert durch Krämpfe verloren wir ein paar Minuten, erreichten aber in einer respektablen Zeit von 3:18:51 h als erstes Läuferteam (m/m) das Ziel an der Skihütte in Jonsdorf. Zwei Mountainbiketeams und ein Mixedteam warteten bereits. Überglücklich nach den Strapazen und dem Gesamtsieg genossen wir mit den anderen Teams die gute Bewirtung und gesellige Stimmung.

Den Sieg bei den Mountainbikern holten sich in 2:45:24 h Thomas Heinze und Torsten Lamprecht vom Naturpark Zittauer Gebirge.

Wünschenswert wäre es, wenn noch ein paar mehr Teilnehmer den Weg ins Zittauer Gebirge zu diesem anspruchsvollen Lauf- / Mountainbikewettkampf finden würden.
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