KI Challenge
Bush Whacking al dente
Jörg Schneider / 08.05.2007


Race Stats:
Distanz: ca. 160 km
Höhenunterschied: ca. 6.000 m
22 CPs verteilt auf 10 Etappen
Disziplinen: Seekajak, Laufen/Trekking, MTB, Orientierungslauf, Höhlenerforschung, Wildwasser-Kajak
Zum Rennen: Wie im letzten Jahr war der Start in die Fußgängerzone von Rijeka gelegt, von wo aus die Teams im bewährten Idioten-Sprint zu den Kajaks hechteten. Rolf und ich ließen es ruhiger angehen und genaßen dann die Möglichkeit, eines ums andere Team auf dem Meer zurück Richtung Opatija zu überholen. Wir schafften es gar noch, mit ein paar Metern Abstand zur Spitzengruppe zu wechseln und da wir keine Neoprens auszuziehen hatten, gingen wir in Führung liegend auf die steile Trekking-Etappe hoch zum CP 3 auf 1.100 m.ü.M. Dieses Unterfangen stellte sich als besonders schweißtreibende Aktivität heraus, da auch die kroatischen Wälder nur bedingt Schatten boten. Rolf schockte mich jedenfalls sehr mit der plötzlichen Aussage, dass seine 3-Liter-Trinkblase leer war nach nur ca. 1, 5 Stunden. Sehr wellig ging es Richtung CP 4, wo wir wieder eines der Teams trafen, die uns bereits zuvor überholt hatten. Auf dem Weg zu CP 5 wurde dann nach suboptimaler Routenwahl das Prinzip “Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Navigation� in Reinform angewendet, was uns a) wunderschön zerkratzte Beine einbrachte, b) sehr frustrierte und c) ca. 2 Stunden extra kostete. So sahen wir uns am Wasserfall abseilend (CP 5) zusammen mit einem kroatischen Team auf dem letzten Platz. Wir schafften gerade noch so den Cut-Off beim TA 1 (CP 6) und wechselten zusammen auf die Bikes in die Nacht. Zuerst auf Straßen ging es im weiteren Verlauf durch den selben schwierig zu navigierenden Wald, in dem ich mich letztes Jahr mit Piotr schon schwer tat. Hier fehlte ein kleines Stück Karte, das wir nicht dabei hatten (die entscheidende Kreuzung war nur auf der großen Übersichtskarte zu finden). Rolf war plötzlich nicht mehr hinten dran und nach einer Minute warten fuhr ich zurück. Er hatte sich sauber auf ca. 5 Zentimeter den Reifen aufgeschlitzt und der Schlauch quoll heraus und war geplatzt. Nach ordnungsgemäßem Flicken konnte Rolf nur noch vorsichtiger die schon sehr steinigen Abfahrten nehmen. So fanden wir uns um ca. 03:00 Uhr morgens vor die Frage gestellt, ob wir versuchen, den Cut-Off beim TA 2 (07:00 Uhr) noch zu erreichen, oder rechts zum Meer in unser Hotel abzubiegen. Mit dem Reifen, der geringen Chance, dieses Zeitlimit zu schaffen, der vorangeschrittenen Müdigkeit (noch kein Schlaf) und der Aussicht auf ein weiteres langes Rennen nur eineinhalb Wochen später in Polen, entschieden wir uns für Variante B.
In wildem Ritt ging es hinunter zum Hotel, wo der Portier uns schon herzlich empfing (wir waren nicht die ersten und einzigen), uns einen Zimmerschlüssel in die Hand drückte und uns den Platz für die Bikes wies. Schnell geduscht und schnell geschlafen. Morgens dann ein weiterer herrlicher Sonnenaufgang, ein ausgiebiges Frühstück mit Blick auf’s Meer, ein netter Flirt mit unserer Bedienung Ivana, packen und zurück ging’s Richtung Heimat.


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