Strongman Run

  • Germany (DEU)

"Sind sie zu stark, bist Du zu schwach!"

Bernhard Sesterheim / 15.11.2007See All Event Posts Follow Event
Bildrechte: Strongman Run
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Münster 4.2.2007

Irgendwann im Herbst vergangenen Jahres rief mich mein Lauffreund Karl-Heinz Kobus an, wohl wissend, dass ich wie er selbst an Kuriositätenlaufevents Gefallen finden kann. Er meinte, es wäre eine gewisse Kopie des berühmt berüchtigten Tough-Guy-Run's von England, an dem er vergangenes Jahr teilgenommen und mir davon in überaus begeisterter Weise berichtet hatte.

Ohne viel nachzudenken, sagte ich meine Teilnahme zu und animierte auch noch Jürgen und Hanne Gessler, Gleiches zu tun.

So gegen 9.00 komme ich in Münster mal wieder viel zu früh an. Nach ca. 1/4 Stunde erreiche ich den Truppenübungsplatz, an dem das lt. Originalton des Veranstalters, dem Pastillenhersteller Fisherman’s Friend "härteste Rennen aller Zeiten" stattfinden sollte.

Etliche Fahrzeuge stehen trotz der frühen Stunde schon auf dem Parkplatz und ständig kommen welche dazu; und karawanengleich bewegt sich eine Menge von Leuten aufgekratzt und frohgemut ca. 1 km über eine Landstraße dem eigentlichen Start-und Zielgelände entgegen.

Alle "Strongmen-sein-Wollenden" und auch "Strongwomen-sein-Wollenden", die ich jetzt erblicke, sind erheblich jünger als ich, das heißt, biologisch gesehen, könnten sie meine Kinder oder meine Enkel sein, was mich überhaupt nicht weiter stört; im Gegenteil, Jugendlichkeit im fortgeschrittenen Lebensalter reflektiert sich auch aus der betreffenden Gesellschaft, mit der man sich umgibt.

Sofort beim Betreten des Wettkampfgeländes treffe ich auf das mit mir befreundete Ehepaar Jürgen und Hanne Gessler, die ebenfalls erwartungsfroh und entspannt dem kommenden Laufereignis entgegensehen. Ständig wird auf Plakaten auf die Härte des Rennens hingewiesen, was mehr erheiternd auf uns wirkt – wir nehmen das Ganze nicht ernst.

Die Gepäckabgabe ist bestens organisiert, aber die Anzahl der Duschen ist für eine 1.900-köpfige Läuferschar extremst gering angelegt.

Die Wartezeit bis zum Rennbeginn gestaltet sich wie immer sehr kurzweilig, sind doch viele gut bekannte Kameraden von verschiedenen gemeinsam erlebten Ultra- und Abenteuerläufen zu begrüßen.

Innerhalb relativ kurzer Zeit hat sich das Teilnehmerzelt gut gefüllt; ich betrachte mir die Läufer, und komme zu dem Schluß, dass ich wohl gute Chancen habe, Altersklassesieger zu werden, denn ich kann niemanden erkennen, der in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts geboren wurde…. Aber,doch ca. 25 m weiter steht einer, weiße Haare und ein Gesicht, das wie ein frisch gepflügter Acker aussieht; er könnte mit Keith Richards, dem Gitarristen der Rolling Stones eng verwandt sein. Hanne sage ich das, und behaupte, er sei älter als ich. Frau Gessler ist anderer Meinung und wir schließen ein Wette ab – eine Flasche vin rouge aus der Südwestecke Frankreichs- und begeben uns zu dem "Wettobjekt".

Ich frage Ihn nach seiner Altersklasse und höre M 45. Nicht glauben wollend, was ich da höre, frage ich weiter: Jahrgang 45? Nee, 46 Jahre kommt sofort die Antwort, und ich sehe jetzt, dass die von Ferne als weiss identifizierten Haare hellblond sind, die Gesichtsfalten jedoch nicht geringer geworden sind…und ich habe mal wieder eine Wette verloren.

Eine halbe Stunde vor dem Starttermin treten wir in’s Freie und der zuvor bedeckte Himmel blaut auf, und die Temperatur liegt so bei ca. 8 Grad. Es ist mal wieder ein Frühlingstag mitten im Winter, wogegen ich jetzt absolut nichts einzuwenden habe.

Es gibt da eine Tribüne, auf der schon große Pokale aufgereiht sind und auf die Vergabe an die Sieger warten. Durch den Lautsprecher ist immer wieder was vom Bereitmachen auf den härtesten Lauf aller Zeiten zu hören. Die Filmmusik der alten Rocky-Filme ertönt lautstark und die vielhundertköpfige Menge, die vor dem Start sich eingefunden hat, gibt sich Heldengefühlen hin. Für mich völlig unerwartet sind relativ viele Frauen anwesend und auch so manche junge Männer mit völlig unsportlichen, bierbauchigen Figuren, die eine Trunkenheitswette jetzt einzulösen haben, wie mir scheint ...

Jetzt bittet der Ansager um etwas Geduld, denn es gäbe technische Verzögerungen und wir würden etwa 20 Minuten später starten.
Mir ist es recht, kann ich doch die jetzt brodelnde pre-race-Atmosphäre so richtig geniessen, indem ich mir die verschiedenen Läufertypen ausgiebig betrachte. Man sieht viele faschingsmässg Verkleidete, einer steht da in einem rosarotem Hosenhemd. Zwei andere haben sich über ihre langen Tights kurze Höschen italienischer Provinienz, mit der orginalgetreuen Kopie eines Kunstwerkes von Michelangio, die die Wiedergabe des männlichen Fortpflanzungsorgans in den Vordergrund stellt, angezogen.

Ich hatte mir in 2005 beim Pisa-Marathon auch so ein Textil gekauft, mich aber bisher noch nicht getraut, es in der Öffentlichkeit zu tragen…Irgendwann werde ich es tun, denn es widerspiegelt die Freiheit der Kunst!

Jetzt ja, ein sehr lauter Knall, einem Kanonenschuß ähnelnd und visuell eine ganz große Wolke Pulverdampf künden vom Rennbeginn.

Ich laufe weit hinten, mit der Vermutung, dass es sowieso an den größeren Hindernissen zu Rückstaus kommt. Viele hundert Zuschauer sind am Start und jubeln den „Harten“ zu.

Zuerst laufen wir einige zig m über einen guten Gehweg und kommen dann auf eine nasse Wiese und es geht an einem größeren Tümpel vorbei. Manche laufen unter dem tosenden Beifall der Zuschauer gerade aus durchs Wasser, das bis über die Knie reicht. Die meisten laufen jedoch wie ich direkt am Ufer im Schlamm. Nasse Füße sind nicht zu vermeiden, und einer meiner vor mir laufenden Kameraden verliert sogar einen Laufschuh, der im Schlamm stecken bleibt. Nach wenigen hundert Metern laufen wir über ca. 1 m hohe Strohballen, um dann an den Weg teilweise sperrenden dicken querliegenden Baumstämmen zu gelangen.

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