Fulda Challenge
Frostiger Drahtseilakt über heiße Quellen
Pressemitteilung / 26.01.2009


Damit liegt zwischen dem Beginn der Challenge und dem heutigen Wettkampftag bereits ein Temperaturunterschied von fast 40 Grad! Schnelle und heftige Wetterumschwünge sind zwar typisch für die Region im Norden Kanadas - doch in dieser extremen Form hat man dies auch im Yukon noch nicht erlebt. Die Athleten haben so kaum eine Chance, sich an ihre Umgebung zu akklimatisieren.
Das erste Event des Tages bestand wie der gestrige "Trapper-Trail" aus drei Prüfungen. Zuerst galt es, an einer Strickleiter einen zehn Meter hohen Turm zu erklimmen. Für Susi Erdmann bedeutete das nicht nur eine sportliche Herausforderung: "Ich habe totale Höhenangst. Beim Raufklettern habe ich nur gedacht: Bloß nicht nach unten schauen!"
Der nächste Teil des Events machte es für sie nicht einfacher: Denn oben angekommen, mussten sich die Athleten an ein Drahtseil einklinken und sich über die heißen Quellen der Takini Hot Springs schwingen.
Im Gegensatz zu der Ex-Weltmeisterin im Rennrodeln, hatte Lars Riedel mehr Spaß an dem "Drahtseilakt". "Beim Runterfahren habe ich eine ganze Umdrehung um die eigene Achse gemacht. Da konnte ich toll die Aussicht genießen. Wegen meines Gewichts hing das Seil durch, so dass ich unten ganz schön meinen Hintern anziehen musste, um nicht über den Boden zu schrubben."
Der anschließende Lauf zurück zum Turm war hingegen nicht die Sache des Zwei-Meter Hünen. Hier musste er seinen wesentlich leichteren Konkurrenten den Vortritt lassen. Joey Kelly und Uwe Ullmann gingen zusammen auf die Strecke und lieferten sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide stürmten zwar gleichzeitig die Plattform, doch Ullmann kam erst mit Verzögerung von ihr wieder los. Er konnte sich nicht auf Anhieb am Seil einhaken.
Beim Laufen konnte er den Vorsprung von Kelly zwar wieder verkürzen, doch ganz an ihn heran kam er nicht. "Dafür war die Strecke zu kurz." meinte er im Ziel.
Bei den Damen war Ellen Blome die schnellste Teilnehmerin. Und während die meisten Athleten im Ziel von dem letzten starken Anstieg völlig fertig waren, hatte sie nicht einmal ihre letzten Reserven abrufen müssen. "Beim Runterfahren am Drahtseil war ich nur am schreien - aber vor Freude! Das Laufen im tiefen Schnee kostet aber ganz schön Kraft." erzählte sie lächelnd.
Nach dem Event ging es für den Tross über den vereisten Alaska Highway nach Dawson City. Wer zum ersten Mal in die ehemalige Hauptstadt des Goldrausches mit ihren Western-Saloons und ihren bunten Holzhäusern kommt, glaubt sich auf eine Reise zurück in die Zeit von Jack London.
Im Winter gibt es dort zudem eine weitere Attraktion: Eine Eisbrücke über den Klondike River, die sogar von 75 Tonnen schweren Trucks passiert wird. Für die Fulda Challenge bot sie das stimmige Ambiente für einen spektakulären Eisschnelllaufwettbewerb. Wie erwartet, erwies sich dabei besonders das kanadische Team als sehr stark. Jeane Lassen gewann die Damenwertung, während ihr Teampartner Mike McCorkell nur knapp von Manuel Kelnhofer geschlagen wurde.
Der Pfungstädter steht auch in der Gesamtwertung der Männer an der Spitze, während in der Damenwertung Heidrun Kuhlmann vor der Kanadierin liegt. In der Teamwertung führt das Doppel Kelly/Kuhlmann mit neun Punkten vor dem einheimischen Team Lassen/McCorkell.


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