Fulda Challenge
Entscheidung in der letzten Kurve
Pressemitteilung / 26.01.2009


Am Vormittag ging es für die Truppe 550 km von Dawson City zurück nach Whitehorse. Die Fahrt über den Alaska Highway bei schwankenden Temperaturen von minus 25 Grad bis minus 40 Grad war dabei ein weiteres Highlight: "Wir hatten einen wunderschönen klaren Himmel und sind in den Sonnenaufgang hineingefahren. Auf 230 Kilometern ist uns nur ein Auto entgegen gekommen. Das entspricht der Strecke Stuttgart-München." zeigte sich Fredi Bobic begeistert.
Bei aller Romantik musste man als Fahrer trotzdem ständig hochkonzentriert bleiben. Denn auf den eisbedeckten Straßen des Yukons wird jeder Fahrfehler umgehend bestraft. Doch die Teilnehmer zeigten sich der Herausforderung gewachsen: Kein Wettbewerbsfahrzeug endete am Haken des "Besenwagens".
Beim ATV-Rennen hatten einige Teilnehmer hingegen mehr Probleme. Bei den Frauen bewies Kathrin Kortenbach zwar einen unglaublichen Speed, doch dafür hatte sie offensichtliche Orientierungsschwierigkeiten. Sie musste auf der Strecke drehen, um zwei Tore nachträglich zu durchfahren.
Susi Erdmann hingegen zeigte als ehemalige Rennrodlerin, dass ihr das Fahren auf Schnee und Eis liegt. Sie errang souverän die Bestzeit.
Ellen Blome, die in den bisherigen Fahrwettbewerben nicht überzeugen konnte, wurde überraschend Zweite. "Das hat gut funktioniert. Und obwohl ich in den Ausdauerwettkämpfe besser war, haben mir auf der Challenge gerade die Motorsportdisziplinen am meisten Spaß gemacht!"
Dank dieser Leistung konnte sie in der Punktwertung mit der Kanadierin Jaine Lassen gleich ziehen. Da die Bochumerin aber in der Addition aller Zeiten der zehn Disziplinen vorne lag, hat sie die Gewichtheberin noch von Platz Zwei in der Schlussabrechnung verdrängt.
Hier lag Heidrun Kuhlmann bereits vor dem letzten Wettkampf nahezu unheilbar vorne. Nur ein einzelner Punkt fehlte ihr noch zu dem sicheren Gesamtsieg. Ihre Devise hieß daher beim ATV-Rennen: Bloß nicht rausfliegen und einfach Ankommen! Trotz der defensiven Taktik errang sie noch Platz vier.
Bei den Männern hingegen war Hochspannung angesagt. Joey Kelly führte vor dem Rennen mit zwei Zählern vor den punktgleichen Uwe Ullmann und Manuel Kelnhofer.
Kelly ging zusammen mit Mike McCorkell als Erster auf die Strecke. Doch schon in der ersten Kurve zerplatzten die Siegträume des Extremsportlers: Beim Anbremsen rutschte das ATV des Kanadiers in das von Kelly und drückte ihn in die Schneebande. Circa eine halbe Minute dauerte es, bis Kelly sich mitsamt seinem Gefährt aus der misslichen Lage befreien konnte. "Dabei sagte ich Mike noch am Start: `Take ist easy`!" stöhnte Kelly später.
Am Ende des Events kam es dann zum Showdown der beiden verbliebenen Titelfavoriten Ullmann und Kelnhofer. Auch hier brachte die erste Kurve die Vorentscheidung. Kelnhofer zog von außen rein und berührte dabei Ullmann, der dabei die Schneebande berührte. Zwar konnte der Crosstriathlet schon bald wieder den Rückstand zu seinem Kontrahenten egalisieren, doch im Motorsport gilt die Regel: "Ranfahren ist das Eine, Überholen was Anderes!" Trotz mehrerer Versuche fand Ullmann auf der engen Strecke kein Vorbeikommen und überquerte mit wenigen Zehntel Rückstand die Ziellinie als Zweiter. "Das hat trotzdem Spaß gemacht. Das war ein harter, aber noch fairer Kampf." meinte Ullmann.
In der Endabrechnung war er punktgleich mit Kelly. Die Addition der Zeiten brachte dann die Entscheidung: Nach einer Wettkampfwoche und zehn Disziplinen lag Ullmann nur fünf Sekunden vor Kelly. Das ist bisher die knappste Entscheidung in einer Fulda Challenge und beweist die Ausgewogenheit der Sportler und des Wettbewerbs.
Trotzdem zeigte sich Kelly auf der anschließenden Siegesfeier nicht enttäuscht. Denn schließlich gewann er mit seiner Partnerin Heidrun Kuhlmann die Teamwertung und damit einen wertvollen Goldnugget: "Das ist ganz toll! Den werde ich meiner Frau schenken."
Die neunte Ausgabe der Fulda Challenge war trotzdem für alle ein Gewinn: "Wir sind zu einem richtigen Team zusammengewachsen. Manuel (Kelnhofer), Kathrin (Kortenbach), Ellen (Blome) und ich werden unseren Aufenthalt verlängern und noch ein wenig Urlaub in diesem wunderschönen Land machen." meinte freudestrahlend die Gewinnerin Heidrun Kortenbach zum Abschluss.


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