Wenger Patagonian Expedition Race
Briten siegen beim härtesten Rennen der Welt
Pressemitteilung / 23.02.2010


Schon vor dem Startschuss des Rennens bekamen die 14 teilnehmenden Teams zu spüren, welche Wucht das Klima in Patagonien haben kann. Windgeschwindigkeiten von über 150 Kilometer pro Stunde und drei Meter hohe Wellen machten die angedachte Überquerung der Magellanstrasse mit dem Kayak unmöglich. Die Veranstalter entschieden sich daher dazu, die Teams mit der Fähre nach Feuerland zu transportieren und das Rennen mit der Trekkingstrecke zu eröffnen.
Herbertz und das Schweizer Team erwischten einen guten Start und setzen sich zusammen mit vier anderen Teams schnell vom restlichen Teilnehmerfeld ab. Die Eidgenossen lagen gar bis zum dritten Checkpoint in Führung, dicht gefolgt vom Vorjahressieger Helly Hansen¬-Prunesco aus England. In der anschliessenden Trekkingstrecke zogen allerdings Spanien, Kanada und die Briten vorbei.
Warum Hally Hanson-Prunesco das letztjährige Rennen gewann, zeigte das Team dann eindrucksvoll auf dem Mountainbike. Auf der 178 Kilometer langen Bike-Strecke durch die weiten Pampas Feuerlands und das Naturschutzgebiet Karukinka zum Lago Deseado erarbeiteten sie sich ein Vorsprung von über vier Stunden gegenüber ihren Verfolgern.
Die Schweizer lagen zu diesem Zeitpunkt mit etwa viereinhalb, die Deutschen mit knapp fünf Stunden zurück. "Wir wollten unterwegs eine Pause machen und drei Stunden schlafen. Doch aus den drei Stunden wurden schließlich vier", berichtet Marc Pschebizin, Kapitän des deutschen Teams. Sie begaben sich als Fünfter auf die folgende Trekkingstrecke über die Darwin-Kordillere, dem anspruchvollsten Streckenabschnitt der gesamten Route.
Helly Hanson-Prunesco dominierte in den Bergen weiterhin das Teilnehmerfeld und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Die Briten ließen sich auch nicht von ihrem Weg abbringen, als sie den zehnten Checkpoint nicht fanden, wo die Teams mit Hilfe eines Seils den Rio Azopardo überqueren sollten. Kurzerhand schwammen sie durch das eiskalte Flusswasser.
So konnte das britische Team bereits einen Tag vor der Verfolgergruppe den Beagle Kanal mit dem Kayak überqueren. Nach einem weiteren Trek auf der Isla Navarino erreichten sie schließlich am Montag, den 15. Dezember, im Morgengrauen völlig erschöpft, aber mit lachenden Gesichtern die Ziellinie. Den zweiten Platz sicherte sich das spanische Air Europa Vidaraid Team, das sich lange Zeit ein spannendes Duell mit den Schweizern geliefert hatte, bevor diese dann im letzten Streckeabschnitt die Orientierung verloren. "Wir haben eine falsche Entscheidung getroffen und sind einmal falsch abgebogen. In den dichten Wäldern Patagoniens bedeutete das gleich einen Zeitverlust von zwei bis drei Stunden", erzählt Bernhard Hug, der Kapitän des Schweizer Teams. Infolgedessen drohte den Schweizern gar, von den Deutschen überholt zu werden. Letzten Endes retteten sie sich aber noch mit zwölf Minuten Vorsprung ins Ziel.
Wegen der Kontroversen um den zehnten Checkpoint, der aufgrund logistischer Probleme einige hundert Meter vom geplanten Standort verlegt und von einigen Teams erst nach stundenlanger Suche gefunden wurde, einigten sich die Schweizer und Herbertz später jedoch darauf, den dritten Platz gemeinsam zu teilen. "Die Teams brauchten unterschiedlich lange, um die Seilüberquerung am Rio Azopardo zu finden. Der Abstand zwischen Deutschland und der Schweiz war so gering, dass Herbertz vorschlug, den Dritten Platz zu teilen", so Veranstalter Stjepan Pavicic. "Als wir die Schweizer fragten, ob sie damit einverstanden seien, stimmten sie zu, da ihrer Meinung nach beide Teams starke Leistungen zeigten und dieser Zeitunterschied in solch einem Rennen nichts aussage. Ich bin sehr glücklich über diese Einigung."
Im Vordergrund stand bei den Deutschen jedoch die Freude darüber, überhaupt das Ziel erreicht zu haben. "Unser Team hat erstmalig in dieser Konstellation an einem Abenteuerrennen teilgenommen. Außer mir hatte keiner der anderen Teammitglieder Erfahrung in solchen Rennen. Daher sind wir schon sehr stolz, dass wir dieses extrem harte Rennen bis zum Ende durchgezogen haben", zeigte sich Marc Pschebizin zufrieden.
Sieben Teams gaben wegen Erschöpfung und Verletzungen vorzeitig auf oder wurden disqualifiziert, weil sie die Checkpoints nicht in der vorgegebenen Zeit erreichten, darunter auch die beiden chilenischen Teams. Als letztes Team traf das japanische East Wind Team am Dienstag, den 16. Februar, kurz vor Mitternacht am Ziel ein.


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